(Pleuronectes platessa)

Weitere Namen: Goldbutt

Schellfisch

Bildrechte: Creative Commons (CC BY-SA 3.0), Autor: Hans Hillewaert

Erkennungsmerkmale

Die rechte Körperseite und damit die Augenseite der Scholle zeigt eine grünlich-braune Färbung, die Blindseite dagegen ist weißlich gefärbt. Die hell bis rötlich gesprenkelten Punkte auf der Augenseite sind charakteristisch für die Scholle und ferner der Grund für die Bezeichnung Goldbutt. Da diese pigmentierte Körperseite auch der Tarnung dient und dem Untergrund farblich angepasst werden kann, sind die roten Punkte nicht immer deutlich zu erkennen.

Ein weiteres spezifisches Merkmal der Scholle sind die Knochenwarzen am Kopf hinter den Augen sowie ihre glatte Haut, die mit sehr kleinen Rundschuppen überzogen ist. Wie alle Plattfischarten besitzt die Scholle insgesamt sieben Flossen, mithilfe derer sie in der Lage ist, sich in den Sand einzugraben. Gleichfalls sind ihre Rücken- und Afterflosse zu einem Flossensaum um den Körper angeordnet.

Größe, Gewicht und Alter

Ausgewachsene Schollen erreichen eine Größe von vierzig bis siebzig Zentimetern und ein Gewicht von bis zu sieben Kilogramm. Einige Exemplare können sogar auf eine Größe von einem Meter und einem Gewicht von bis zu zehn Kilogramm heranwachsen. Das Höchstalter der Scholle wird mit 50 Jahren angegeben.

Unterschiede zu ähnlichen Fischarten

Aufgrund bestimmter charakteristischer Merkmale kann die Scholle von anderen Plattfischen wie der Flunder, der Kliesche oder auch der Familie der Butte unterschieden werden.

Das eindeutigste Erkennungsmerkmal der Scholle sind ihre kräftigen roten Punkte, die sie von allen anderen Plattfischarten signifikant unterscheiden. Dennoch kommt es insbesondere zur Verwechslung mit der Flunder, die zwar ebenfalls rotbraune Punkte auf der Augenseite besitzt, aber deren Färbung niemals das kräftige Rot der Scholle aufweist. Anders als bei der Scholle befinden sich die Knochenwarzen bei der Flunder auch nicht am Kopf, sondern beidseitig der Seitenlinie.

Weitere eindeutige Erkennungsmerkmale sind sowohl die gebogenen Flossen der Scholle als auch ihre Afterflosse mit mindestens 49 Strahlen, die sie eindeutig von der Flunder mit ihren fast eckigen Flossen und den 35 bis 46 Strahlen an der Afterflosse unterscheiden. Streicht man mit dem Finger entlang der Rücken- und Afterflosse von hinten nach vorne, lässt sich die Scholle durch ihre glatte Haut erkennen, während sich die Flunder durch ihre rauen Schuppen verrät.

Fressverhalten und Laichzeit

Die Scholle geht bevorzugt nachts auf Beutejagd und kann dabei große Strecken zurücklegen. Auf dem Speiseplan stehen insbesondere Bodentiere wie kleine Krebse, Muscheln, Schnecken und Würmer.

Ihre Geschlechtsreife erreichen die männlichen Schollen im Alter von drei bis vier Jahren, die weiblichen erst mit sechs bis neun Jahren. In den Wintermonaten während der Laichzeit zwischen Januar und April produzieren die Weibchen bis zu 500 000 etwa zwei Millimeter große Eier, aus denen innerhalb eines Monats die Larven schlüpfen. Diese etwa sechs Millimeter großen Larven haben zunächst das Aussehen sowie Verhalten von normalen Fischen, bevor die Metamorphose bei einer Größe von etwa zehn Millimeter einsetzt und sie zu Plattfischen werden.

Vorkommen

Schollen bevorzugen kühles und salzreiches Wasser und favorisieren als Bodenfische flache bis mitteltiefe Gewässer, wo sie sich meist in einer Tiefe von etwa siebzig Metern aufhalten. Auch wenn Schollen ebenso tiefere Gefilde bewohnen können, werden sie dennoch selten in einer Tiefe von mehr als 120 Metern angetroffen. Ihr Hauptverbreitungsgebiet ist sowohl die Nord- als auch westliche Ostsee, doch sind Schollen ebenso im Nordostatlantik vom Weißen Meer bis nach Gibraltar, im westlichen Mittelmeer und sogar im Schwarzen Meer anzutreffen, wobei zwischen den verschiedenen lokalen Schollenarten unterschieden wird.

Fangzeit

Die Schollensaison ist zwischen Mai und September, doch hat die Erfahrung eindeutig gezeigt, dass insbesondere die größeren Exemplare an den europäischen Küsten bevorzugt zwischen Mai und Juli anbeißen. Aber auch im Winter, wenn sich die Scholle in tiefere Gewässer zurückzieht, kann sie noch vom Boot aus geangelt werden. Da Flussmündungen von Schollen eher gemieden werden, sind diese zu keiner Jahreszeit empfehlenswert.

Die Abenddämmerung ist die geeignete Zeit für den Schollenfang und ideale Wetterbedingungen sind windiges, trübes und nasses Wetter.

Fangmethode und Köder

Auch wenn das Brandungsangeln mit speziellen Geräten insbesondere zwischen Mai und September möglich ist, hat sich der Fang vom Boot aus als wesentlich erfolgreicher erwiesen. Dabei hat sich insbesondere die Laufbleimontage bewährt.

Wie alle anderen Plattfischarten wird auch die Scholle vornehmlich mit Naturködern gefangen und Seeringel- sowie Wattwürmer gehören zu den favorisierten Ködern. Ebenso gut können aber auch kleine Muscheln, Krabben, Sandaale oder Streifen vom Fisch verwendet werden. Es empfiehlt sich zudem die Nachläuferschnur mit etwas Schmuck wie Lockperlen, Spinnerblättchen oder einem Spin-o-glow zu bestücken, um die Aufmerksamkeit des Raubfisches zu erlangen und zum Angriff zu animieren.

Verwertung

Durch die wenigen Gräten und ihr helles, schmackhaftes sowie zartes Fleisch ist die Scholle ein idealer Fisch für die Küche. Ob gebraten, gegrillt, geräuchert oder gedünstet ist die magere und eiweißreiche Scholle ein absoluter Gaumengenuss. Beim Salzen sollte aber unbedingt beachtet werden, dass die Scholle wie alle anderen Plattfischarten auch dazu neigt Salz ganz leicht aufzunehmen.

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