Bildrechte: Creative Commons (CC BY-SA 3.0) , Autor: Хомелка
Erkennungsmerkmale:
Die Rotfeder verfügt über ein leicht oberständiges Maul, die Maulspalte ist dabei leicht aufwärtsgerichtet. Ihr Auge zeigt sich gelb bis gelb-rot bis hin zu einem leichten Messingschimmer. Der Körper wirkt etwas plump und schimmert silbrig, bei älteren Tieren gold- bis bronzefarben, der Bauch ist dabei kielförmig. Ein besonderes Kennzeichen sind die blutroten Flossen, wobei der Ansatz der Bauchflossen deutlich erkennbar vor dem der Rückenflosse beginnt.
Unterscheidungsmerkmale von ähnlichen Fischarten:
Rotauge: Schwächeres Flossenrot. Ansatz der Rückenflossen, fast genau über dem Ansatz der Bauchflossen (Rotfeder hat die Rückenflosse weiter hinten angesetzt). Die Bauchkante ist zwischen Bauchflossen und After abgerundet (Rotfeder:gekielt). Maul ist endständig (Rotfeder: oberständig). Die verbreitete Bestimmungsregel „rote Augen=Rotauge“ ist nicht immer zuverlässig, weil Rotaugen auch mit blasser Iris vorkommen.
Vorkommen:
Rotfedern bevorzugen stehende und langsam fließende Gewässer. So fühlen sie sich besonders in Weihern, Teichen sowie Seen und Brackwasser gleichermaßen wohl. Rotfedern kommen in ganz Europa vor.
Lebensweise:
Flache, weichgründige Gewässer, vor allem mit Pflanzen und Seerosen besiedelte Gewässer gehören zu ihren bevorzugten Lebensräumen. Einen geringen Sauerstoffgehalt sowie erhöhte Temperaturen ertragen Rotfedern recht gut, während sie anorganische Verschmutzungen, wie etwa die durch Industrieabwässer, nicht vertragen.
Vor allem im Mittelwasser bis kurz unter die Wasseroberfläche sind Rotfedern häufig in ganzen Schwärmen zu finden. In der kalten Jahreszeit ziehen sie sich ins tiefere Wasser zurück.
Fressverhalten:
Die hauptsächliche Ernährung der Rotfeder besteht aus Pflanzenteilen, die sie in ihren bevorzugten Gewässern in reichhaltiger Vielfältigkeit finden. Vor allem Laichkräuter, aber auch die Wasserpest sowie das Tausendblatt gehören bei der Rotfeder auf den Speiseplan. Zum Teil gehören auch Wirbellose zu ihrer Nahrung, die sie in den Uferzonen finden. Eher selten hingegen verspeisen sie auch Anflugnahrung.
Laichzeit:
Die Laichzeit wird von April bis Juni benannt. Dann legen die Weibchen in den krautigen Uferzonen zwischen 50.000 und 100.000 Eier ab, aus denen nach etwa sechs bis acht Tagen die Brut schlüpft und in riesigen Schwärmen die Uferzonen bevölkern. Sie zählen zu den langsam wachsenden Fischarten und sind erst nach circa drei bis vier Jahren geschlechtsreif.
Da Rotfedern häufig mit anderen Fischarten zusammen ablaichen, kommt es manchmal zur Bastardierung mit anderen Fischarten. So sind nicht selten Kreuzungen aus Brachse und Rotfeder oder Rotauge und Rotfeder anzutreffen, die sich später ebenfalls zu geschlechtsreifen Exemplaren entwickeln.
Alter:
Rotfedern erreichen ein durchschnittliches Alter zwischen zehn und zwölf Jahren. Vereinzelt können sie auch fünfzehn Lebensjahre erreichen und sogar überschreiten. Mit etwa drei Jahren werden sie geschlechtsreif.
Größe:
Durchschnittlich werden Rotfedern zwischen zwanzig und dreißig Zentimeter groß. Ihr Gewicht kann bei bis zu drei Kilogramm liegen.
Fangsaison:
Zwischen Mai bis September sind sie in Schwärmen vor allem an warmen Tagen an der Wasseroberfläche zu finden.
Fangzeit:
Insbesondere in den frühen Morgenstunden, aber auch in der Abenddämmerung sind Rotfedern besonders aktiv.
Stellenwahl:
Da sich Rotfedern häufig am Schilfgürtel in der Nähe des Ufers aufhalten, sollte hier ein geeigneter Standort gewählt werden. Da sie jedoch sehr schreckhaft auf Geräusche und hastige Bewegungen reagieren, empfiehlt sich das Angeln vom Boot oder von einem Steg als erfolgversprechend.
Fangmethoden:
Das Angeln mit der Pose lässt auf gute Fangergebnisse hoffen. Dabei sollte in den Morgen- und Abendstunden unmittelbar unter der Wasseroberfläche geangelt werden; während der restlichen Tageszeiten entsprechend tiefer.
Köder:
Rotfeder bevorzugen die typische Weißfischköderpalette: Maden, Mais, Würmer, Teig oder Schwimmbrot.
Verwertung:
Wie andere Weißfische auch haben Rotfedern durch den hohen Grätenanteil etwas eingeschränkte Verwertungsmöglichkeiten: Hauptverwertungsarten sind daher Fischfrikadellen, braten & sauer marinieren, ggf. als Fischfondgrundlage kochen oder (in Osteuropa verbreitet) salzen und trocknen. Als Köderfische für Raubfische sind sie auch sehr gut geeignet.

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