Bildrechte: Creative Commons (CC BY-SA 3.0), Autor: Hans Hillewaert
Erkennungsmerkmale: Charakteristisch für Plattfische ist der seitlich abgeflachte Körper, der ihnen auch ihren Namen verleiht. Rücken- und Bauchflosse erstrecken sich fast über die ganze Länge des ovalen Körpers. Die Kliesche besitzt ein endständiges Maul. Die Oberseite mit den Augen – meist ist dies die rechte Seite – ist ebenmäßig gelb- oder graubraun gefärbt. Die weiße Unterseite wird als Blindseite bezeichnet. Das Merkmal, das die Kliesche von ihren Verwandten unterscheidet, ist die Seitenlinie. Diese beschreibt einen Halbkreis um die Brustflosse.
Unterscheidung von ähnlichen Fischarten: Wer also das gebogene Seitenlinienorgan der Kliesche betrachtet, gerät keinesfalls in Versuchung, sie für eine Scholle zu halten, welche eine gerade Linie besitzt – wie übrigens auch alle anderen Plattfische. Außerdem hat die Scholle Warzen an der Augenseite und die Kliesche nicht.
Zusätzlich zum optischen Unterscheidungsmerkmal der Seitenlinienführung kann man den Unterschied zur Flunder auch ertasten: Im Gegensatz zur rauen Flunder fühlt sich die Kliesche glatt an, wenn man ihr vom Kopf in Richtung Schwanz – also entlang der Kammschuppen – streicht.
Vorkommen: Die größten Bestände an Klieschen gibt es in der südlichen Nordsee. Allerdings sind sie auch in der restlichen Nordsee und im dortigen Küstenbereich verbreitet. Außerdem kommen sie in der westlichen Ostsee und im Nordostatlantik vor.
Lebensweise: Klieschen sind Standfische, was bedeutet, dass sie im Laufe des Jahres zwischen tieferen Gefilden und der Küste pendeln, ihren angestammten Lebensraum aber nicht für weite Laichwanderungen verlassen. Die schwarmbildenden Klieschen bevorzugen einen Untergrund aus Sand, Kies, Schlick oder Geröll. In 20 bis 40 m Tiefe leben die ausgewachsenen Tiere, wohingegen sich die Jungfische nur in der Nähe des Ufers aufhalten. Die hohe Anzahl an Klieschen wird zur Überwachung der Meere genutzt.
Fressverhalten: Nahrungsgrundlage der flachen Meeresbewohner sind Muscheln, Schnecken und Krebse, die sie vom Boden auflesen. Kleine Seeigel, Würmer, Schlangensterne und sogar kleine Fische werden ebenso wenig verschmäht.
Laichzeit: Klieschen unternehmen keine Wanderungen zu Laichplätzen, sondern laichen direkt in ihrem angestammten Lebensraum in Küstennähe. Die Laichzeit der Klieschen erstreckt sich über ein halbes Jahr, beginnend im Dezember beziehungsweise Januar, wobei die Hauptzeit entweder von März bis Mai oder von Februar bis April ist: Je weiter südlich die Fische beheimatet sind, desto früher beginnen sie mit der Eiablage. Der Rogen (80.000 bis 130.000 Eier) treibt dann im freien Wasser mit der Strömung, bis die Larven nach ein bis zwei Wochen schlüpfen. Diese leben noch einige Zeit pelagisch, bevor sie sich am Meeresgrund niederlassen. Ab einer Größe von 15 bis 20 cm sorgen die Fische dann selbst für Nachwuchs.
Alter: Die Lebenserwartung dieses Plattfisches ist maximal 12 Jahre. Nach zwei beziehungsweise drei Lebensjahren werden Milchner und Rogner dieser Gattung geschlechtsreif.
Größe: Das durchschnittliche Fangmaß liegt zwischen 20 und 30 cm Länge. Tiere in dieser Größe wiegen zwischen 0,5 und 1 kg. Seltene Ausreißer erreichen eine Länge von mehr als 40 cm.
Fangsaison: Während der Hauptlaichzeit werden auch gerne die schmackhaftesten Köder außer Acht gelassen. Davor – also im Frühjahr – sind die Tiere hingegen sehr gefräßig. Auch im Spätsommer und im Herbst, wenn das natürliche Nahrungsangebot rückläufig ist, stehen die Chancen gut, dass der angebotene Köder angenommen wird.
Fangzeit: Die Dämmerung – sowohl morgens als auch abends – verspricht bessere Aussichten auf reiche Fänge als der Rest des Tages.
Stellenwahl: Bewährte Stellen sind Sandbänke. Besonders wenn in der Nähe Kraut steht oder Steinfelder die sandigen Plätze säumen. Strömungsrinnen sind ebenso empfehlenswert, um die Platten zu ködern.
Mögliche Fangmethoden: In erster Linie wird vom Boot aus auf Klieschen gefischt. Mit langen Brandungsruten, salzwasserresistenten Rollen und mit Perlen oder Spinnerblättern verzierten Buttvorfächern gelingt dieses Unterfangen auch vom Festland aus. In beiden Fällen wird die Verwendung von langschenkeligen Butthaken empfohlen.
Köder: Sich eine Kliesche zu angeln, gelingt am besten mit Watt- oder Seeringelwürmern und Heringsfetzen – also mit Naturködern.
Zubereitung / Verwertung: Das Fleisch der Kliesche ist dem der Scholle in Konsistenz und Geschmack sehr ähnlich. Empfohlene Zubereitungsmethoden sind Räuchern, Dünsten, Braten sowie Backen. Auch getrocknet wird der Fisch angeboten.

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